Feedback aus Kenia – März bis Juni 2020

Feedback aus Kenia – März bis Juni 2020

Der Beginn meiner Reise war sehr euphorisch. Ich freute mich, mit meiner Mission im Gepäck die Kinder nach zwei Jahren wiederzusehen. In jüngster Zeit gab es bereits die eine oder andere Naturkatastrophe. Ich wusste, dass diverse Fluten und Heuschreckenplagen bereits zum Teil Verwüstungen angerichtet hatten. 

Projektumland

Meine Heimat Kenia habe ich aufgrund der Covid 19 Pandemie nicht mehr wiedererkannt. Als ich dort ankam, musste ich zunächst für 14 Tage unter polizeiliche Beobachtung in Quarantäne. Dies geschah sogar unter Aufsicht der Armee, sodass ich zunächst in meinem Elternhaus „gefangen“ war. Dies hat mich sehr unvorbereitet getroffen.

Als ich die Quarantäne überstanden hatte, musste ich noch weiter getestet werden, sodass nahezu 21 Tage vergangen sind bevor ich mich um meinen eigentlichen Grund der Reise kümmern konnte. Meine Verwandtschaft vor Ort hat mir bei der Vorbereitung meiner Mission sehr geholfen, sodass ich mich in Nairobi quasi inkognito bewegen konnte. Nur so war die ganze Mission überhaupt „possible“. 

War das Projekt in Nairobi zwar unter Schwierigkeiten durchführbar, wurde es nach meiner Reise nach Kisumu noch komplizierter. Dort angekommen, wurde ich von Soldaten in Empfang genommen und war unter ständiger Beobachtung. Die kenianische Regierung hatte Angst, dass sie die Kontrolle über mich verliert.

Ich habe mein Land Kenia durch die Pandemie in einem Zustand gesehen, der mich sehr verstört hat. Bei dem Lockdown in Kenia handelte es sich um einen totalen Lockdown, sodass die Menschen auf dem Land unter schwierigsten Bedingungen leben mussten und vom Hungertod bedroht waren. Die Kinder durfte ich nur unter strengen Hygieneauflagen durch unseren Bürgermeister begrüßen. Viele Dorfbewohner haben die aktuelle Situation nicht verstanden. Sie brachten mich mit dem Virus in Verbindung und waren dadurch sehr verängstigt. Auch meine Rückreise nach Deutschland war plötzlich nicht mehr möglich. 

Nur durch den bedingungslosen Einsatz des Vorstands von OLDRI e.V. sowie meiner Stellvertreter in Deutschland wurde eine Rückholaktion organisiert, bei der die deutschen Behörden maßgeblich beteiligt waren. 

Dies machte mir nochmals sehr bewusst, unter welchen Bedingungen die Menschen dort aufgrund der Naturkatastrophen (Flut, Heuschrecken, Covid19) leben müssen.

Bereits in Kenia war mein persönlicher Gesundheitszustand sehr angegriffen. Die mangelnde medizinische Versorgung im Land hat auch mich in große Gefahr gebracht. Dadurch habe ich erkannt, wie hilflos die Situation der Menschen dort ist und dass selbst bei kleineren Krankheitssymptomen – zum Beispiel Durchfall – die Situation lebensbedrohlich werden kann.

Tailoring Workshop

Materialausgabe

Der ursprünglich angedachte Workshop für Näher, die zukünftig die Schuluniformen anfertigen sollen, konnte durch Unterstützung von den ansässigen Familien und Angehörigen doch noch stattfinden. Dennoch ist die Mission zunächst aufgrund von Covid19 gestoppt, da die Kinder nicht mehr unterrichtet werden können. Der Schulbeginn ist durch die Regierung aktuell für Anfang Januar geplant. Unserem Projekt wurde die Auflage erteilt, ein neues nachhaltiges Schulgebäude zu errichten. Dies stellt uns vor eine große Herausforderung, sodass unser Projekt vom Scheitern bedroht ist.

Trotz allem gibt es magische Momente

Kindesentführungen

Gefährlicher Fluss nahe Kita

Ohne Hilfe von außen, sind wir nicht in der Lage, ein Schulgebäude zu errichten und einen Schutz für die Kinder zu bieten. Die Anzahl der Kindesentführungen ist in Kenia in den letzten Jahren stark angestiegen. Deswegen ist eine behördliche Auflage, dass um das Kita Gelände eine Mauer zu errichten ist.